In einem Königreich, dessen Namen wir nicht mehr kennen, geschahen dereinst schreckliche Dinge. Ein Drache hatte Besitz von diesem Land ergriffen und unterdrückte seine Bewohner mit Willkür und Gewalt.
Er raubte das Getreide von den Feldern, brannte die Hütten der Bauern nieder und zerstörte alles, was sich ihm in den Weg stellte.
Bald herrschten im ganzen Land Hunger und Verzweiflung. Zu allem Übel hatte der Drache gefordert, dass das schönste Mädchen des ganzen Landes, die Königstochter, seine Frau werden sollte.
Als Ritter Georg all dies erfahren hatte, zögerte er nicht lange - obgleich schon viele tapfere Ritter im Kampf gegen das Ungeheuer ihr Leben gelassen hatten. Er betete lange zu Gott, legte dann seine Rüstung an, bestieg sein Pferd und brach auf.
Georg besiegte den Drachen in einem langen, fürchterlichen Kampf. Diesen Kampf, so heißt es, habe er nur mit Gottes Hilfe bestehen können.
Georg rettete die Königstochter und befreite das ganze Königreich.
Doch bevor die Menschen ihm danken konnten, war er wieder verschwunden. Man sagt, dass er immer dort erschien, wo Schwache und Unterdrückte seine Hilfe brauchten.
So wurde seit dieser Zeit der Heilig Georg zum Schutzpatron aller Ritter.